Ein Tag am Meer.....oder.....ich bin wirklich in Guatemala
Ich bin hier in Guatemala, ja! Das hab ich gestern und heute das erste mal wirklich richtig gemerkt!
Gestern morgen um halb 9 machten sich Nazia und ich auf den Weg nach Monterrico.
Mit der Camioneta!
Wir dachten, dass dies das Abenteuerlichste auf unsrem Ausflug waer.
Aber es war halb so aufregend wie gedacht.
Es lief alles ohne groessere Probleme und ohne Zwischenfaelle und es war mal ein ganz anderes Erlebnis! Es war toll!
2 mal mussten wir umsteigen, mehrmals bei Einheimischen erkundigen wo wir sind und wo wir hin muessen und in La Avellana mussten wir dann mit ner kleinen Lancha weiter in den Hafen von Monterrico.
Bei der Ankunft dachten wir noch: Och, ganz schoen hier!
Als wir mit meinem Rucksack muy grande auf Hotelsuche waren, entdeckten wir schon, dass es so toll nicht ist. Wir bogen am Strand links ab und stapften durch den Sand an den Hotels vorbei. Ueberall Kinder, die uns ueber die Hotels berichteten und natuerlich mit Provision beraten wollten.
Aber wir haben ja Reisefuehrer.
Kein Hotel sagte uns wirklich zu. Ok, dann nehmen wir eben das teuerste aus dem Reisefuehrer.
300Q fuer eine Nacht und das auch noch ohne warmes Wasser?
Ok, es sind 30€ fuer 2 Personen, pro Person 15 aber fuer hier ist das sehr teuer. Und dann auch noch unter der Woche!
Wir beschlossen weiter zu ziehen. Nach laengerem ueberlegen dann doch auch ins Swiss-Guatemaltecan Hotel. Wir wollten eigentlich nicht zu den Schweizern ;)
Auf dem Weg dahin, es kam uns wie Stunden vor, fanden wir dann doch noch ein angemessenes Hotel.
100Q fuer uns beide, saubere Zimmer, eigenes Bad, Ventilator!
Nur warmes Wasser gibts in ganz Monterrico nicht.
Es waer ja so warm, da braeucht man das nicht. Ok….warm ist es wirklich.
[Ironie] Aber die Bruehe laeuft auch von selbst an einem runter...braucht man dann denn ueberhaupt Wasser?[/Ironie]
Haben da unsre Sachen abgestellt und wollten dann endlich mal Mittagessen (16:30).
In das teure Hotel wollten wir nicht zurueck, also mal die andere Richtung am Strand absuchen. Sind dann doch bei den Schweizern gelandet, leckerer Fisch auf der Karte.
Der Sohn vom Besitzer hat uns bedient und war auch ganz lustig.
Da es waehrend dem Essen extrem anfing zu regnen und zu gewittern mussten wire in paar mal den Tisch wechseln (ist ja alles sehr offen gebaut) um unsren Fisch auf dem Teller nicht wieder schwimmen zu lassen.
Da wir im Restaurant mit den Besitzern alleine waren, kamen wir auch schnell ins Gespraech. Der Besitzer ist Schweizer (war aber leider nicht da), seine Frau Guatemaltekin, welche auch Deutsch kann.
Mit unsrem gebrochenen Spanisch hatten wir sehr viel Spass. Als Rettungsanker war ja noch das Deutsch, was aber auch nur die Mutter verstand, der Sohn wohl nicht.
Nach dem Essen sind wir noch einmal in unser Hotel.
Auf dem Weg zurueck zu den Schweizern (das Hotel war um einiges einladender und hatte die bessere Lage, direkt am sauberen Strand) verfolgten uns streunende Hunde die knurrten und seltsam schwer atmeten.
Nach ein paar Zwischenstops sind wir irgendwann wieder am Ziel angelangt.
Aber Angst hatten wir. Alleine wollten wir nicht wieder in unser Hotel laufen.
Wir bekamen dann Begleitschutz angeboten.
Es hatte auch wieder aufgehoert zu schuetten und so machten wir uns es mit ner Limonada (ich liebe dieses Zeug) auf der Terasse gemuetlich. Im Kerzenschein, es war naemlich mal stundenlang Stromausfall aufgrund des Gewitters.
Redeten ueber die Schweiz, Guatemala, spazierten den Strand entlang, suchten Schildkroeten und liessen unsre Schuhe von riesen Wellen fluten (ungeplant, aber meine Wanderschuhe sind definitiv Wasserdicht! Wenn oben Wasser reinfliesst, laeuft nichts mehr raus.).
Die Brandung ist wirklich wahnsinn.
Im Hotel bestellten wir dann auch ne Bootstour fuer heute morgen.
Um 6 Uhr sollte es losgehen. Um viertel nach 6 spaetestens.
So wurden wir nach Hause begleitet und Nazia und ich machten es uns in unsrem Hotel gemuetlich.
Da ja durch den Stromausfall auch kein fließendes Wasser vorhanden war und wir sowie unsere Kleidung samt Schuhe voller Sand waren, blieb uns nix anderes übrig als noch in den Pool "baden" zu gehen ;)
Mit Taschenlampen und Reisefuehrer bewaffnet planten wir dann die naechste Woche und dieses Wochenende.
Monterrico war so schrecklich und schauderhaft, da wollte ich nicht bleiben.
Ausserdem imense Kosten. 1 Minute telefonieren 10Q, 15min Internet 5Q (Vergleich Antigua: 1Min/Tele zwischen 0 ,75-1,75 je nach Qualitaet und Internet eine Stunde ab 5Q). Internet war hoechstens normales 75k-Modem.
Aber ok, mein Projekt liegt ja so abseits, haett es eh nicht nach Monterrico geschafft.
Ewigkeiten spaeter sind wir ins Bett gefallen.
4 Stunden spaeter mussten wir ja wieder aufstehn.
Um 5 raus aus dem Bett, eiskalt Duschen (es ging alles wieder) und ab vors Hotel.
Keiner kam.
Um halb 7 sind wir dann mal alleine an die Anlegestelle und ergatterten noch nen netten Guide. Eine Stunde durchs Biotop, Mangrovenwaelder,… mit dem Miniboot ohne Motor. Wie in Venedig bewegten wir uns fort.
Es war genial. Ruhe, ueberwaeltigende Natur, Tiere, das Ende des Sonnenaufgangs,….
Als wir wieder an der Anlegestelle ankamen, begruesste uns auch schon der spanischsprechende Halbschweizer.
Da gabs wohl ein Missverstaendnis mit der Uhrzeit. An wem das wohl lag? :)
Sind dann gemeinsam in unser Hotel Fruehstuecken und orderten bei ihm einen Shuttle um 15Uhr nach Antigua. Unser Gepaeck durften wir in sein Hotel schleppen und es wurde aufbewahrt.
Wir schnappten uns um 11Uhr dann ne Camioneta nach Hawaii.
In Hawaii traf es mich wie ein Schlag! WUNDERSCHOEN mein Projekt.
Ich beschloss doch bis Freitag oder Samstag da zu bleiben…..und dann mit Nazia auf Reisen zu gehen.
Vorausplanungen in Guatemala....überflüssig!
Also wollten wir nach nem sehr kurzen Aufenthalt die Camioneta zurueck nehmen damit ich mein Gepaeck holen kann und Nazia es noch an den Shuttle schafft.
Meinen Platz haett ich gecancelt, war ja noch nichts bezahlt.
Zwischen 12 und 12:30 sollte die Camioneta abfahren.
Um 12:30 beschlossen wir, schon mal ein Stueck zu laufen. Sie muss ja eh an uns vorbei und sammelt uns dann auf. Ist ja hier so ueblich.
Wir liefen, liefen, liefen,……pralle Sonne und nichts zu sehen.
Ne halbe Stunde, ne dreiviertel Stunde, ne Stunde.
Es war einfach nix auf dem Weg.
Zwischendrin mal ein paar Haeuser und wir hatten Hoffnung am Ziel zu sein.
Aber nein, es waren nicht die Hotels.
Es kam auch nichts unterwegs.
Mal hier und da ein Einheimischer, Kinder mit Fahrraedern (ist sehr unheimlich in der Pampa) aber keine Camioneta und kein Picop welcher uns mitnehmen koennte.
Nichts fuhr oder ging in unsre Richtung.
Unterwegs Tierkadaver bzw stinkende Knochengerippe und massenweise Moskitos.
Nach ganzen 2 Stunden erreichten wir Monterrico.
Halb 3! Um 3 ging der Shuttle.
Der Weg zwischen Hawaii und Monterrico ist definitv länger als 7km!
Abgenervt, zerstochen, mit Sonnenbrand und angespannten Nerven beschloss ich:
Ich hab genug von Monterrico.
Hawaii war zwar wunderschoen, aber was mach ich, wenn ich auch keine Camioneta mehr ins Projekt bekomm?
Was mach ich, wenn ich an der Strasse sitz mit meinem ganzen Gepaeck, zurueck nach Antigua will und nichts kommt? Ich festsitze?
Nee, es war genug.
Total verdreckt und durchgeschwitzt kamen wir im Hotel an.
Die Mama war so sues, sie bot uns gleich ein Zimmer mit Dusche an.
20 Minuten hatten wir ja noch bis wir abgeholt wurden.
Natuerlich nahmen wir dankend an.
Um 3 fuhr dann endlich auch wieder der Shuttle ab nach Antigua. Wir wurden direkt im Hotel abgeholt und vor die Haustuer in Antigua gebracht.
Da rechnete keiner mit mir!
Meine Gastmama oeffnete schon die Tuer als sie den Shuttle hoerte, begruesste mich kurz freudig, verschwand im Haus und bezog schnell mein Bett. Sowas von sues.
Hab ihr dann etwas von unsren Erlebnissen erzaehlt, von der Hitze und davon, dass ich die nicht vertrag.
Dann kamen die andern von dem Unterricht nach Hause und warn auch sehr ueberrascht.
Home sweet home……das Zimmer das ich anfangs garnicht mochte!
Auch wenn das Projekt echt klasse aussah, der Strand toll war, Silvia und Anja braun gebrannt und alles in allem sich interessant anhoerte (fuer wenige Tage) und super aussah, irgendwie bin ich froh wieder hier in der Zivilisation zu sein.
Natuerlich waers toll gewesen und natuerlich ist Antigua viel zu touristisch, aber es waren zu viel “schlechte” Erfahrungen auf unsrem kurzen Trip.
Wir waren einfach nur genervt!
Auch hier bekomm ich die Zeit gut rum.
Freitag treff ich mich wieder mit Nazia. Da sie sich auch noch erkaeltet hat, hoff ich wirklich dass es ihr besser geht. Denn dann wollen wir am Wochenende evtl. noch einmal an den Lago de Atitlán und auf alle Faelle nach Chichi.
Dienstag morgen um 4Uhr wuerden wir nach Copan/Honduras fahren und das Paris der Maya-Welt erleben.
Statt im Projekt am Strand rumzugammeln eben etwas Kultur.
Dann hab ich aber wirklich alles durch was ich wollte!
Eine solchte Reise kann ja gar nicht ohne kleiner Zwischenfaelle ablaufen.
Aber so macht es auch irgendwie mehr Spass. Immer mal wieder was neues.
Hier ticken die Uhren anders!

Und das war nur ne kleine Welle!
Die Brandung ist Wahnsinn!
Wir hatten das Glueck, das ganze auch noch bei einem Gewitter zu erleben.
Ueberwaeltigend!
Warten aufs Fruehstueck in unserem Hotel!
Toller Meerblick und Hamacas!

Ein weiter Weg vom ARCAS Projekt in Hawaii nach Monterrico!
Sonne, Moskitos und keine Fortbewegungsmittel in Sicht!
Das Bild entstand nach der halben Stunde, gelaufen sind wir 2!!!

Der Strand von unsrem Hauptaufenthaltsort in Monterrico aus.
Vom Cafe del Sol, dem Guatemaltekisch-Schweizer Hotel!

HOME SWEET HOME!
Ich war so froh wieder in meinem Zimmer zu sein.
Kaum zu glauben, wenn man dran denkt wie unwohl ich mich in der ersten Nacht gefuehlt hab. Ich bereuh nicht wieder hier zu sein, so schoen das Projekt auch ist. Ich hab ueber 30 Moskitostiche und Sonnenbrand auf dem vom Shirt ungeschuetzten Bereich auf dem Ruecken und den Schultern.

Auf dem Weg nach Monterrico mussten wir ja auch umsteigen und hatten ein paar Minuten Aufenthalt. Auf dem Bordstein saß eine junge Mutter mit einem sooo sueßen kleinen Baby.
Wir versuchten mit ihr ins Gespraech zu kommen wobei sie uns auswich und sich in "sichere" Entfernung rettete. Auch alle anderen Menschen auf der Straße beaeugten uns mißtrauisch.
Als wir dann mit unserem Busfahrer ins Gespraech kamen berichtete er, dass die Menschen sehr viel Angst vor den Touristen haben. Es kommt immer mal wieder vor dass Touristen Bilder von den Kindern machen und diese Kinder kurze Zeit spaeter entfuehrt werden.
Schrecklich der Gedanke!



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